Am vergangenen Wochenende fand im baden-württembergischen Steinegg die 31. Deutsche Jugendmeisterschaft statt. In diesem Bericht könnt ihr das gesamte Wochenende mit allen Emotionen, Höhen und Tiefen noch einmal nacherleben.
Dieses Jahr nominierten wir sieben Teams für die Deutsche Jugend- und Espoirmeisterschaft.
Hier findet ihr noch einmal einen Überblick über die Teams:
Minimes 1:
- Luisa Haug (VFSK Oppau)
- Emily Karoglan (VFSK Oppau)
- Karl Maur (TV Weißenthurm)
- Coach: Friedhelm Krey (TV Weißenthurm)
Cadets 1:
- Moritz Haug (VFSK Oppau)
- Maxim Gebhardt (VFSK Oppau)
- Robin Haug (VFSK Oppau)
- Coachin: Anja Deubel (VFSK Oppau)
Cadets 2:
- Lotta Pischke (VFSK Oppau)
- Malik Scholz (VFSK Oppau)
- Medhi Scholz (VFSK Oppau)
- Coach: Gerhard Eberspach (TV Edigheim)
Juniors 1:
- Maria Hein (VFSK Oppau)
- Ben Stark (VFSK Oppau)
- Ben Haug (VFSK Oppau)
- Coachin: Hannah Schneider (VFSK Oppau)
Juniors 2:
- Polina Hrankova (Kruppball Kleinmaischeid)
- Emilia Wagner (Kruppball Kleinmaischeid)
- Caroline Wagner (TV Weißenthurm)
- Coach: Jörg Zimmermann (Kruppball Kleinmaischeid)
Espoirs 1:
- Ella Koch (BC Landau)
- Finn Ochsenreither (Bornheimer Boule Club)
- Leander Becker (VFSK Oppau)
- ohne Coach
Espoirs 2:
- Amelie Engels (Bouleclub Saubrenner Wittlich)
- Hannes Eberspach (VFSK Oppau)
- Fabio da Silva Gouveia (VFSK Oppau)
- ohne Coach (gesundheitsbedingt)
Einzelwettbewerbe:
- Pointeur-Wettbewerb Jugend: Ben Stark
- Pointeur-Wettbewerb Espoirs: Leander Becker (Startplatz als Titelverteidiger), Hannes Eberspach
- Tireur-Wettbewerb Junioren: Maria Hein
- Tireur-Wettbewerb Espoirs: Finn Ochsenreither
Bis auf vereinzelte Spieler und Eltern trafen sich am Freitagabend alle Aktiven, teilweise mit mitgereisten Eltern und den Coaches, auf dem Platz und später im Restaurant, bevor sie ihre Zimmer im gemeinsamen Motel bezogen.
Nach dem Frühstück am Samstagmorgen fuhren alle auf den Platz, um sich einzuspielen und um 9:00 Uhr mit den Spielen zu beginnen. Am Samstag wurden in jeder Altersklasse vier Runden nach dem Schweizer System gespielt. Die ersten acht Teams spielten am Sonntag den Deutschen Meister aus, während die restlichen Teams im B-Turnier weiterspielten. Neben dem Triplette-Wettbewerb fand samstags auch die Vorrunde der Einzelwettbewerbe statt. Abends wurde zudem das Pointeur-Halbfinale ausgetragen – dazu später mehr.

Minimes: Bei unseren Jüngsten sammelten Luisa und Emily ihre ersten DM-Erfahrungen. Karl spielte bereits 2024 seine erste Deutsche Meisterschaft. Den Samstag beendete das Team mit einer 1:3-Bilanz und fand sich somit am Sonntag im B-Turnier wieder. Dort konnte im Halbfinale ein viel umjubelter Sieg eingefahren werden. Das Team zog ins B-Finale ein, in dem es sich zwar geschlagen geben musste, aber zeigte, wie viel Potenzial in den noch so jungen Spielern steckt.
Cadets 2: Lotta, Malik und Medhi verloren ihr erstes Spiel denkbar knapp mit 12:13. Umso bemerkenswerter war ihre Reaktion im folgenden Spiel: Bei einem 13:4-Sieg ließen sie ihren Gegnern keine Chance. Leider sollte das der einzige Sieg an diesem Wochenende bleiben, denn auch im B-Turnier verlor das Team sein Auftaktspiel im Viertelfinale.

Junioren 2: Unsere drei Spielerinnen aus dem Norden von Rheinland-Pfalz, die als einziges reines Damenteam in ihrer Altersklasse antraten, hielten gut mit ihren Gegnern mit. Nach einem Spielverhältnis von 2:2 fehlten lediglich zwei Buchholzpunkte für den Einzug ins Hauptturnier am Sonntag. Im B-Turnier gewannen sie ihr Viertelfinale und scheiterten im Halbfinale nur knapp mit 10:11 aufgrund des Zeitlimits.
Espoirs 1: Die Titelverteidiger konnten in diesem Jahr ihre Leistung leider nicht abrufen. In der Vorrunde mussten sie sich nur Bay 3 geschlagen geben und landeten auf dem vierten Platz. Daraus resultierte das Saarland als Gegner im Viertelfinale am Sonntagmorgen. Hier verloren die Pfälzer in einem kurzen Spiel mit 1:13 und schafften es somit wider Erwarten nicht aufs Treppchen.

Espoirs 2: Auch hier wurden erste DM-Erfahrungen gesammelt. Amelie debütierte an der Seite von Fabio und Hannes. Die Mannschaft startete jedoch schwach ins Turnier, denn im ersten Spiel musste man sich BaWü 4 geschlagen geben. Darauf folgten jedoch drei Siege und der Einzug ins Viertelfinale des Hauptturniers. Gegen stark spielende Gegner und spätere Vizemeister konnte das Team zwar einen hohen Rückstand aufholen, das Spiel jedoch nicht mehr drehen.
Cadets 1: Moritz, Robin und Maxim zogen souverän mit 3:1 ins Hauptturnier ein. Dort trafen sie erneut auf BaWü 1, die sie schon am Vortag besiegt hatten. Diesmal sollte es noch deutlicher werden: Mit 13:1 sorgten sie für klare Verhältnisse. Im Halbfinale trafen sie auf die späteren Deutschen Meister aus NRW, die stark aufspielten und verdient gewannen. Die Bronzemedaille haben sich unsere Jungs redlich verdient – herzlichen Glückwunsch!



Bevor wir zu den Triplette-Finals kommen, fahren wir mit den Einzelwettbewerben fort:
Bei den Junioren legte Ben „Benji“ Stark in der Vorrunde 21 Punkte und belegte damit Rang sechs. Da in den Einzelwettbewerben jeweils nur die ersten vier Spieler weiterkamen, reichte es leider nicht.
Auch die 27 Punkte, die Finn in der Vorrunde schoss, reichten nur für Rang sechs.
Leander legte als Titelverteidiger starke 45 Punkte und belegte nach einer hochklassigen Vorrunde Platz vier. Hannes legte einen Punkt mehr und fand sich punkt- und fünfergleich mit Emil Götz aus Hessen auf Rang zwei mit 46 Punkten wieder. Damit standen zwei Pfälzer im Halbfinale.

Dort konnte sich Leander knapp gegen Tobias Moritz aus Bayern durchsetzen und machte einen wichtigen Schritt Richtung Titelverteidigung. Im anderen Halbfinale führte Emil nach dem zweiten der fünf Ateliers bereits mit 16 Punkten Vorsprung und schien uneinholbar. Hannes ließ jedoch nicht locker, kämpfte sich zurück und verkürzte vor dem letzten Atelier auf einen Punkt Rückstand. Dennoch konnte er das Duell nicht mehr drehen und belegte Platz drei.
Im Finale zeigte Emil erneut eine sehr starke Leistung und ließ Leander keine Chance. Schon zwei Kugeln vor Schluss lag er uneinholbar mit 50:37 in Führung und sicherte sich verdient den Titel. Leander belegt in seinem letzten Espoir-Jahr Platz zwei – Glückwunsch zu dieser Leistung!

Europarekord! Maria absolvierte den Tireur-Wettbewerb der Jugend. In der Vorrunde erzielte sie unglaubliche 48 Punkte – nach unseren Informationen ist das Europarekord in der Jugend. Wahnsinn!
Im Halbfinale traf sie dann auf Thilo Clausen aus dem Landesfachverband Nord. Die sportliche Leistung sollte hier jedoch, aufgrund von zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, zunächst in den Hintergrund rücken. Nachdem wir leider Einspruch einlegen mussten, setzte sich Maria mit zwei Punkten Vorsprung durch und erreichte das Halbfinale. Unser großer Respekt gilt Thilo und seinem Landesverband, da die Fehlentscheidung sofort auch von ihrer Seite eingesehen wurde. Vielen Dank für Eure Fairness und Eure Ehrlichkeit!
Im am Nachmittag folgenden Finale traf Maria dann auf Cem Yildiz aus Berlin. Die Kulisse und Brisanz des Duells machten sich auch bei den Spielern bemerkbar. Es war lange kein hochklassiges Finale, Maria führte bis nach dem dritten Atelier immer mit ein paar Punkten Vorsprung. Im vierten Atelier zeigte Cem seine Klasse und zog an Maria vorbei. Maria startete ins letzte Atelier beim Spielstand von 16:20. Erster Schuss, erster Treffer. Maria traf die Zielkugel voll und erzielte fünf Punkte. Führung! Cem zog nach, traf; ebenfalls 5 Punkte. Zwischenstand 21:25. Zweiter Schuss; sieben Meter; Treffer; wieder fünf!

Maria wieder in Führung. Diesmal konnte Cem nicht mitgehen. Zwischenstand 26:25, das würde reichen. Dritter Schuss, Maria schoss zu kurz, traf die Plane; null Punkte. Cem nutzte seine Chance, landete einen sehr guten Treffer und bekam erneut fünf Punkte. Zwischenstand: 26:30. Letzter Schuss, letzte Chance; neun Meter lagen zwischen Maria, der Zielkugel und ihrem ersten deutschen Meistertitel im Tireur Wettbewerb. Maria im Tunnel, holte aus und traf unter den Anfeuerungsrufen aller Pfälzer. Fünf! Somit lag sie vor dem letzten Schuss von Cem mit 31:30 in Führung. Cem mit der Chance zum Titel, die Zielkugel zu berühren würde reichen. Das gelang nicht, er schoss denkbar knapp rechts vorbei und Maria krönte sich, nach ihrem Mixte Tireur Weltmeistertitel im vergangenen Jahr, jetzt auch verdient mit dem Titel der deutschen Tireur Jugend Meisterin. Herzlichen Glückwunsch an Cem zu Silber und herzlichen Glückwunsch an Maria zu Gold, starke Leistung!

Zurück zu den Tripletten: Ein Team fehlt noch: unsere Junioren 1.

Die Truppe von Erfolgs-Coachin Hannah Schneider spielte sich souverän mit 3:1 ins Viertelfinale. Dieses gewannen sie mit 13:6 gegen Bay 2. Im Halbfinale führten sie schnell 12:0 gegen BaWü 4. Sie mussten lediglich noch einen Punkt abgeben und zogen mit 13:1 ins Finale ein.


Dort wartete erneut Berlin und wieder Cem. Maria, beflügelt von ihrem kurz zuvor gewonnenen Tireur-Titel, legte direkt mit sechs Carreaux vor und sorgte für klare Verhältnisse. Dass sie so befreit schießen konnte, lag auch an der starken Legeleistung von Benji und der gut gespielten Milieu-Position von Ben Haug. Berlin spielte keineswegs schlecht, doch gegen die Leistung unserer drei Junioren konnten sie in diesem Finale nicht gegenhalten. Nach neun Aufnahmen war Schluss: Maria und Ben verteidigten ihren Titel, den sie im letzten Jahr mit Emil Croissant gewonnen hatten, diesmal zusammen mit Benji. Sehr starke Leistung, bravo!

Abschließend möchten wir uns bei allen Eltern, Coaches und Helfern des Vereins, Offiziellen der DPJ und allen Personen bedanken, die zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben. Ihr habt tolle Arbeit geleistet, damit alle Spieler ihren Sport bestmöglich ausüben konnten. Vielen Dank an unseren Präsidenten, Sebastian Hein, dass du am Sonntag nach Steinegg gekommen bist um die Spiele zu übertragen.

Ein ganz großes Dankeschön an all unsere Spieler, die Rheinland-Pfalz an diesem Wochenende würdig repräsentiert haben und Gratulation zu all euren Erfolgen. Gratulation auch an alle Sieger, Finalisten und Drittplatzierten aus den anderen Landesverbänden, starke Leistung!
Wir freuen uns schon auf die nächste Deutsche Meisterschaft. Zunächst steht jedoch Ende Oktober der Länderpokal an, für den wir zeitnah die Nominierungen des Jugend- und des Espoir-Teams bekannt geben werden.